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Naturperlen

Im heutigen Perlenhandel spielen Naturperlen eine Nebenrolle, wenn auch eine exklusive. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhundert von den aufkommenden Zuchtperlen fast völlig verdrängt und hatten dadurch auch einen erheblichen Preiszerfall hinnehmen müssen. Heute sind Naturperlen sehr selten und werden fast ausschliesslich in Liebhaber- und Sammlerkreisen gehandelt. Dies gilt für Südsee-, Tahiti-, Akoya- und Süsswasserperlen.

 

Zuchtperlen

Tahitiperlen

Als Tahitiperlen werden Perlen bezeichnet die aus französisch Polynesien und den umgebenden Atollen stammen. Die Farben reichen von hellgrau bis schwarz, welche auch starke Überfarben haben können (gelb, braun, grün, purpur, aubergin, blau) oder eine Kombination davon.

Die Tahitiperlen waren anfangs nur ein Beifang, bei der Muschel suche für die Perlmutt. Da die Perlmutt Anfang des 20. Jahrhunderts sehr begehrt waren (Knöpfe), wurden die Austern durch die Überfischung fast ausgerottet. Ihr Glück war das aufkommen von Plastik.

Um 1960 fing die Franzosen mit japanischer Unterstützung auf den Inseln um Tahiti mit der Zucht von Tahitiperlen an. Seit ca. 1990 haben die Tahitiperlen zu einen Siegeszug um die Welt angelegt.

Bei der Ernte der kleinen Tahitiperlen (8 - 11 mm) sind etwa bei der Hälfte der Muschel Perlen entstanden und von diesen sind nur ca. 3% von sehr guter Qualität. Bei grösseren Perlen ( 11 - 16 mm) sind es noch weniger. Perlen über 16 mm Durchmesser sind Raritäten und sind von Liebhabern und Sammlern sehr begehrt.

Die grösste, runde Tahitizuchtperle die bis jetzt gefunden wurde hat eine Durchmesser von 20,9 mm.

Eine gute Tahitiperle hat eine Schichtdicke von 1,5 - 2,5 mm.

Südseeperlen

Früher wurden alle Perlen die im Pazifischen und Indischen Ozean südlich von Japan gefunden wurden, als Südseeperlen bezeichnet. Darunter fielen auch die schwarzen Perlen von Tahiti, welche heute als Tahitiperle deklariert wird. Heute versteht man die weissen, goldenen und crem farbenen Perlen, mit all ihren Überfarben und Kombinationen, aus dem pazifischem und indischem Ozean, als Südseeperle. Die besten und grössten Südseeperlen kommen heute von der australischen West-, Nord- und Ostküste, wo die ersten Zuchtversuche schon um das Jahr 1900 unternommen wurden.

Bei der ersten Ernte von Südseeperle ( 9 - 12 mm) haben sich in ca. 70 % der Muschel Perlen gebildet. Es können pro Auster bis zu 4 Ernten gemacht werden. Von der ganzen Ernte sind ca. 20% der Perlen annähernd rund und der Anteil an perfekt runden Südseeperlen ist im unteren einstelligen Prozentbereich. Südseeperlen sind ab einer Grösse von ca. 14 mm selten und ab 17 mm sind sie Raritäten.

Ein Südseeperlencollier (16 - 20 mm) wurde in New York für 3,2 Millionen US-Dollar verkauft. Der Perlenzüchter hatte über 10 Jahre für die perfekte Zusammenstellung der 26 Perlen benötigt.

Eine gute Schichtdicke hat 2 - 4 mm.

Red-Sea Perlen

Ist eine Variante der Südseezuchtperle. Die Red-Sea-Zuchtperlen (offizielle CIBJO Bezeichnung) sind noch Raritäten im Weltweiten Perlenhandel. Obwohl die Perlen aus dem Roten Meer schon zu den Zeiten der Pharaonen ihre Liebhaber hatten. Die moderne Zucht von Red-Sea-Zuchtperlen wurde 1997 unter australischer Federführung in Angriff genommen. Bis heute wurden erst ca. 200 000 Zuchtperlen mit meist grüner und gelber Tönung produziert, mit gutem Lüster. Die Red-Sea-Zuchtperlen sind heute noch relativ günstig im Vergleich zu anderen Südseezuchtperlen gleicher Qualität.

Akoya-Zuchtperle

Die bekannteste Zuchtperle hat Ihren Namen von der Akoya-Auster, in deren Inneren sie heranwächst. Der Kern besteht aus einer Kugel, die aus der Schale einer Mississippi-Auster gedrechselt wird. Diese wird der Akoya-Auster eingesetzt. Um diesen Kern lagert sich Perlmutt in feinen Schichten ab. Diese Austern bleiben unter aufmerksamer Pflege ca. 3-4 Jahre im Wasser, bevor die Zuchtperlen geerntet werden können. Von jeder Ernte sind ca. 5 % von sehr guter Qualität, und ca. 50 % von brauchbarer Qualität. Sie werden in Grössen von ca. 2 - 11 mm gezüchtet.

Der Wert einer Perle wird anhand von 5 gleichwertigen Kriterien beurteilt.

Grösse, Form, Farbe, Lüster und Oberfläche.

Die Grösse der Perle ist abhängig vom Durchmesser der Kugel die eingesetzt wird und auch von der Dicke des Perlmutt. Ab 9 mm Durchmesser werden die Perlen selten und dem entsprechend sehr wertvoll.

Eine gute Schichtdicke hat 0,4 - 0,5 mm, darüber werden sie als sehr gut bezeichnet.

Bei den Farben sind zartrosa Töne am beliebtesten, jedoch sollte man bei der Auswahl der Perlenfarbe die Hauttönung der Trägerin berücksichtigen.

Der Lüster (Oberflächenglanz), das schwerste Beurteilungskriterium, macht den besonderen Reiz einer Perle aus. Das hängt mit der Anordnung der Aragonit-Kristallen zusammen, in welchen sich das Licht bricht und so den regenbogenartigen Glanz entfaltet, den wir Lüster nennen.

An der Oberfläche einer Perle sehen wir immer wieder, dass es sich trotzdem um ein Produkt der Natur handelt. Auch wenn eine Perle noch so perfekt scheint, winzig kleine Unregelmässigkeiten sind immer vorhanden. Sprünge, Kratzer, Einbuchtungen und Unebenheiten können den Wert mindern.

Für Ohrstecker gibt es auch sogenannte 3/4 Perlen. Das heisst, dass ca. 1/4 der Perle abgeschliffen und die Fläche angebohrt ist. Das ist jedoch für Ohrstecker nicht störend, weil ca. 1/4 der Perle in einer Schüssel aufgeklebt wird. Diese sind im Preis etwas günstiger als die 4/4 Perlen.

Süsswasserzuchtperlen

Die ersten Süsswasserzuchtperlen wurden 1925 in Japan geerntet. Waren jedoch im Perlenhandel nie von Bedeutung. Erst in den fünfziger Jahre began der Aufstig der kernlosen Süsswasserzuchtperlen aus dem Biwa-See, der 40 Jahre lang andauerte. Die Gewässerverschmutzung Ende der siebziger / Anfang der achziger Jahre setzte der Perlenproduktion arg zu, so dass die sterberate der Austern um die 70% betrug.

Anfang der siebziger Jahre kammen immer mehr chinesische Süsswasserperlen auf den Markt. Diese wurden bis in die achziger Jahre vorwiegen über Japan auf dem Weltmarkt angeboten. Als die Chinesen die Perlenerte selber zu vermarkten anfingen, erlitten sie einen Preiszerfall. Darauf ging die Qualität der Perlen zurück. Als die Chinesen 1984 enorme Mengen an Reiskorn-Süsswasserperlen in allen Faben auf den Markt geworfen haben, tauchten die Preise unter Modeschmuckniveau. Dieser Preiszerfall wirkte sich auf die ganze Zuchtperlenindustrie aus. Erst in den neuziger Jahren besannen sich die chinesischen Zuchter wieder auf die Qualität und es wurden die ersten fast weissen und runden Perlen in den Handel gebracht.

Als 1999 in Hong Kong eine Top 15 mm Süsswasserzuchtperle mit dunkelvioleter Farbe den Preis von damals 18000 US-Dollar erreichte, war der Bann der chinesichen Süsswasserzuchtperlen gebrochen. Heute sind chinesische Süsswasserzuchtperlen in guter bis sehr guter Qualität ein schöne Erweiterung des Perlenangebotes.

Perlenpflege

Mit den folgenden Tips werden Sie jahrelang Freude an Ihren Perlen haben.

Diese Tips gelten für alle Perlenarten. Bevor Sie Schmuck mit Perlen anziehen, sollten Sie sich fertig schminken und frisieren, da Kosmetika, Parfüme und Haarsprays den Lüster angreifen können.

Bewahren Sie Ihren Perlenschmuck so auf, das er von anderen Schmuckstücken nicht zerkratzt werden kann, also am besten seperat.

Lassen Sie Ihren Perlenschmuck von Zeit zu Zeit kontrollieren, da sich z.B. bei Ohrsteckern der Klebstoff und bei Colliers der Seidenfaden durch Körperschweiss zersetzen kann.

Wenn Sie weitere Informationen über die Perlen oder andere Edelsteine wünschen, kontaktieren Sie uns. Wir stellen gerne eine unverbindliche Auswahl an Perlen und Edelsteinen in Ihrer gewünschten Größen, Farbe und Preislagen zusammen. Dank unseren erstklassigen Lieferanten können wir auch Ihre wünsche erfüllen.

Golay Buchel Perlen, Schoeffel Perlen

Goldschmiede Richterswil, Thomas Peric, Dorfstrasse 44, CH-8805 Richterswil, +41 44 784 86 88, info@goldrichtig.ch, www.goldrichtig.ch